Anatomie am Lebenden

von Jörg Busch und Rüdiger Lange

 

 

Vorwort

Die Kenntnis der morphologischen Struktur des menschlichen Körpers gehört zu den zentralen Lernzielen der Studienanfänger des Faches Humanmedizin. Um diesen bisweilen etwa trockenen Teil des Medizinstudiums zum Leben zu erwecken haben wir im Oktober 1996 zum ersten Mal einen Kursus in "Anatomie am Lebenden" von Studenten für Studenten angeboten. Die positive Resonanz und die überraschend starke Nachfrage haben uns in unserem Konzept bestätigt, einen Brückenschlag von der reinen Beschreibung zum "Begreifen" nicht nur anatomischer Strukturen, sondern auch klinischer Zusamenhänge zu versuchen. Natürlich kann und will der Kursus einen Kurs zur klinischen Untersuchung nicht ersetzten, allerdings hat uns die Resonanz der teilnehmenden Studenten gezeigt, daß besonders der Bezug zu klinisch relevanten Aspekten das Verständnis für die Anatomie nachhaltig fördert.
Dieses Skript spiegelt die Inhalte wieder, die wir in vier Jahren "Anatomie am Lebenden" vermittelt haben, als auch Erfahrungen von uns die wir den Kurs gehalten haben. Es ist sowohl als begleitendes Skript für Teilnehmer, als auch als Vorlage zur Orientierung für zukünftige Tutorgenerationen gedacht. In diesem Sinne hoffen wir auf eine lange Tradition des Kursus "Anatomie am Lebenden" in Jena.

 

Rüdiger Lange Jörg Busch November 2000

 


Bedienungsanleitung

Das Skript ist innerhalb der Kapitel im Wesentlichen dreigeteilt:

Theoretischer Teil: Hier werden die relevanten Strukturen erwähnt und gegebenfalls weitere Erklärungen gegeben. Natürlich erhebt dieser Teil keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird besprochen, was sehbar, tastbar, hörbar oder anderweitig untersuchbar ist, und in dem Kurs unserer Meinung nach wichtig ist.

Übungsteil (schräggedruckt): Hier wird gesagt was gemacht werden soll. Es hat sich bewährt, die Gruppe in Zweier-Teams zu teilen, die sich gegenseitig untersuchen können. Wenn interessante Befunde auftauchen, kann das dann auch vor der gesamten Gruppe demonstriert werden.

"Klinsche Aspekte"-Teil (schräggedruckt): Hier wird auf typische pathologische Befunde oder Verletzungen eingegangen, die beim Gesunden nicht erhebbar sind. Trotzdem sollte man seinen Teampartner daraufhin untersuchen.

 


 

Kopf

Aussehen des Schädels:
Schädelform (Ausmessen), Behaarung, Narben

Klinische Aspekte:
  • Durchblutung der Haut und der sichtbaren Schleichhäute, Nasenbluten, Sklerenikterus, Gesichtsasymetrie (hängendes Lid/Mundwinkel), Ex-/Endophtalmus
  • Kopfhaut
  • Galea aponeurotica (verschieblich)
  • Pericranium (im Bereich der Suturen mit dem Schädelknochen verwachsen)
  • Klinische Aspekte:
  • Subaponeurotisches Hämatom (hält sich nicht an Suturengrenzen)
  • Subperiostales Hämatom (durch Suturen begrenzt)
  • Intrakranielle Blutungen:
  • Epidurales Hämatom: zwischen Schädelknochen und Dura mater (meningeale Arterien)
  • Subdurales Hämatom: zwischen Dura mater und Arachnoidea (Brückenvenen)
  • Subarachniodale Blutung: äußere Liquorräume (Aneurysma)
  • Fontanellen
  • Fontanella anterior: rautenförmig (Aufeinandertreffen von 4 Suturen), Verschluß ca. im 3. Lebensjahr
  • Fontanella posterior: dreieckig (3 Suturen), Verschluß nach 3 Monaten
  • Klinisches Beispiel: Lage des Kindes unter der Geburt

    Knochen des Neurocraniums
  • Sutura coronalis
  • Sutura sagittalis
  • Sutura lambdoidea
  • Sutura frontalis
  • Mastoid
  • Protuberantia occipitalis externa
  • Knochen des Viscerocraniums
  • Incisura supraorbitalis
  • Incisura infraorbitalis
  • Foramen mentale
  • Übung:
  • Tasten der Suturen, Incisuren, Foramina (eventl. Einzeichnen)
  • Klinische Aspekte:
  • Klopfschmerz des Mastoids bei Enzündungen (Mastoiditis, Otitis media)
  • Kiefergelenk:
    Funktionelle Teilung in Schaniergelenk (unter dem Gelenksdiskus, öffnen/schließen) und Schiebegelenk (über dem Diskus, schlitten nach vorne/hinten)

    Übung:
  • Tasten des Kiefergelenks durch den Meatus acusticus externus
  • Demonstration der Funktionen in Selbstversuch: nachvorneschieben des Kiefers bei fast geschlossenem Mund möglich (Ausgangsposition des Caput condylaris hinten), bei geöffnetem Mund nicht weiter möglich (Caput condylaris in vorderer Position)
  • Klinischer Aspekt:
  • Reponieren einer Unterkieferluxation durch Druck auf den Unterkiefer (Mahlzähne) nach unten, schieben nach hinten
  • Arterien am Kopf
  • facialis
  • temporalis superficialis (Verlauf mit Ästen)
  • occipitalis
  • Lymphknoten am Kopf
  • Nodi lymph. submentales
  • Nodi lymph. submandibulares
  • Nodi lymph. parotidei
  • Nodi lymph. mastoidei
  • Nodi lymph. occipitales
  • Übung:
  • Tasten der Gefäße, Vergleich der Pulse mit dem Radialispuls
  • Tasten der Lymphknotenstationen
  • Nasengänge
  • Meatus nasi superior (Mündung des Sinus sphenoidalis und Cellulae ethmoidales posteriores)
  • Meatus nasi medius (Mündung des Sinus maxillaris/frontalis und der Cellulae ethmoidales anteriores im Hiatus semilunaris)
  • Meatus nasi inferior (Mündung des Ductus nasolacrimalis)
  • Recessus sphenoethmoidalis (Riechschleimhaut)
  • Nasennebenhöhlen
  • Sinus frontalis
  • Sinus maxillaris
  • Sinus sphenoidalis
  • Cellulae ethmoidales anteriores/posteriores
  • Übung:
  • Inspektion der Nasengänge
  • Durchleuchten und Einzeichnen des Sinus frontalis und maxillaris (mit Taschenlampe)
  • Klinische Aspekte:
  • Klopfschmerzhaftigkeit der Nasennebenhöhlen bei Entzündung
  • Provokation von Schmerzen beim Neigen des Kopfes nach vorne
  • klinische Relevanz durch anatomische Beziehung zu Orbita, Neurocranuim, Nerven und Gefäßen
  •  

    Hirnnerven

    Nervus olfactorius (I)
  • Geruch, Geschmack
  • Unterscheidung in Geruchstoffe (Café, Lindenblüten) und Trigeminusreizstoffe (Amoniak)
  • Nervus opticus (II)
  • Hemianopsien, bitemorale Anopsie (Chiasma opticum erklären)
  • Gesichtsfeld prüfen (oben 45, unten 50, temporal 85, nasal 35)
  • Nervus oculomotorius (III)
  • motorisch: M. rectus superior/medialis/inferior, M. obliquus inferior, M. levator palpebrae
  • parasymatisch: M. cilliaris, M. sphincter pupillae
  • Bulbusbewegung mit Fingerversuch testen
  • Pupillenisokorie, Lichtreaktion (direkt, konsensuell), reflektorische Pupillenerweiterung bei Schmerz
  • Konvergenzreaktion testen (Miosis bei Naheinstellung)
  • typische Bulbusfehlstellung bei Ausfall (temporal-unten), Ptosis
  • Nervus trochlearis (IV)
  • motorisch: M. obliquus superior
  • Bulbusfehlstellung bei Ausfall (nasal-oben)
  • Nervus trigeminus (V)
  • sensibel: 3 Äste (N. ophtalmicus, N. maxillaris, N. mandibularis)
  • motorisch: N. masticatorius (Kaumuskulatur)
  • Sensibilität der einzelnen Äste testen (Grenzen aufzeichnen)
  • Trigeminusdruckpunkte (Neuralgie)
  • Kornealreflex (testet N. trigeminus und N. fazialis)
  • Masseter-Reflex
  • Nervus abducens (VI)
  • motorisch: M. rectus lateralis
  • Bulbusbewegung mit Fingerversuch testen
  • Bulbusfehlstellung bei Ausfall (nasal)
  • Nervus facialis (VII) siehe auch Abb.1
  • motorisch: mimische Muskulatur, M. stapedius
  • parasympatisch: via N. petrosus (Gl. lacrimales/palatinae/nasales), Chorda tympani (Gl. submandibularis/sublingualis)
  • sensorisch: via Chorda tympani (vordere 2/3 der Zunge)
  • auf Ausfälle testen (Strinrunzeln, Augen zusammenkneifen, Mund spitzen, Pfeifen, Zähne zeigen, Wangen aufblasen)
  • zentral-periphere Fazialisparese (Stirnast ist bei zentralem Ausfall nicht betroffen)
  • genaue Lokalisation eines periperen Ausfalls (Hyperakusis, Geschmacksstörung,Speichelfluß)
  • Bell-Phänomen
  • Nervus vestibulocochlearis (VIII)
  • Hören (Pars cochlearis), Gleichgewicht (Pars vestibularis)
  • Hörvermögen prüfen
  • zwischen Leitungs- und Innenohrschwerhörigkeit unterscheiden (Rinne und Weber)
  • Prüfen des Gleichgewichtsinnes (Romberg, Unterberger-Tretversuch)
  • Unterscheidung zwischen Schwank- und Drehschwindel
  • Nervus glossopharyngeus (IX)
  • motorisch: Schlundmuskulatur oberer Teil, M stylopharyngeus
  • sensibel: Mittelohrschleimhaut, Trommelfell, hintere 1/3 der Zunge, hintere Rachenwand)
  • parasymatisch: Glomus caroticus
  • gustatorisch: hintere 1/3 der Zunge
  • Auslösen des Würgereflexes (Afferenz des Würgereflexes)
  • Geschmacksprüfung ("bitter" im hinteren Zungendrittel)
  • Kulissenphänomen beobachten (Uvuladeviation zur gesunden Seite)
  • Nervus vagus (X)
  • motorisch: Schlundmuskulatur mittlerer und unterer Teil, innere und äußere Kehlkopfmuskeln
  • sensibel: äußerer Gehörgang, Kehlkopf
  • parasymatisch: Herz, Bauchorgane
  • Auslösen des Würgereflexes (Efferenz des Würgereflexes)
  • auf Heiserkeit der Stimme achten (Nervus laryngeus recurrens)
  • vegetative Symptome
  • Nervus accessorius (XI)
  • motorisch: M. trapezius, M. sternocleidomastoideus
  • Kraftprüfung (Schulter gegen Widerstand anheben)
  • Kopfdrehung testen (M. sternocleidomastoideus)
  • Nervus hypoglossus (XII)
  • motorisch: innere und äußere Zungenmuskulatur
  • Herausstrecken der Zunge testen (Abweichung zur kranken Seite)
  •  

    Testen des Koordinationsvermögens (Kleinhirn)
  • Gangbild (Ataxie)
  • Romberg-Versuch (Blindstand)
  • Unterberger-Tretversuch
  • Finger-Nase-Versuch
  • Knie-Hacke-Versuch
  • Diadochokinese ("Glühbirne einschrauben")
  • Intentionstremor
  • Nystagmus, Schwindel (systematisch)
  • Pupillenstörung
  • Anisokorie
  • Pupillenstarre
  • absolute
  • reflektorische
  • amaurotische
  •  

    Differentialdiagnose Ptosis:

    Klinik

    Erkrankung

    Ursache

    Ptosis

    Mydriasis

    N.occulomotoriusläsion

    • Verdacht auch intrakranielle Pathologie (Aneurysma, Tumor)
    • Bei isokoren und reagierende Pupillen Verdacht auf externe Ophthalmophlegie (diabetisch)

    Ptosis

    Miosis

    Horner Syndrom

    Sympathikusläsion
    (A.carotis Dissektion, Ganglion Stellatum Läsion)

    Ptosis

    Beidseits

    V. a. Kernläsion

    Ischämie oder Tumor


    Abb.1: Lokalisationsdiagnostik Fazialisparese (Berghaus "Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde")

     

     

    Mundhöhle

    Zunge, Rachen
  • Sulcus terminalis, Sulcus medialis
  • Foramen caecum (Ductus thyreoglossus)
  • Waldeyer 'scher Rachenring (Tonsilla palatina, pharyngea, tuberia, lingualis)
  • Arcus palatoglossus, Arcus palatopharyngeus, Uvula
  • Inspektion
  • Foetor (Geruch): Alkohol, F. hepaticum, F. diabeticum, F. uraemicum
  • Lippen (Zyanose)
  • Mundschleimhaut (Farbe, Läsionen, Entzündung)
  • harter und weicher Gaumen (Spaltbildung, Kulissenphänomen)
  • Zunge (Atrophien, Belag), Papillen der Zunge
  • Tonsillen (entfernt, vergrößert, zerklüftet, entzündet, eitrig)
  • Zähne (Gebiß, Status, Weisheitszähne)
  • Mündungen der Speicheldrüsen
  • Speicheldrüseneinmündungen (Papilla ductus parotidei, Caruncula sublingualis, Plica submandibularis)
  • Foramen caecum
  • Palpation
  • Glandulae labiales
  • Ductus parotideus (2. Molar oben)
  • A. facialis (im Verlauf)
  •  

     

    Hals

    Knorpelige und knöcherne Strukturen
  • Os hyoideum
  • Cartilago thyroidea
  • Cartilago cricoidea
  • Trachea
  • Relief-bildende Muskeln
  • M. sternocleidomastoideus
  • M. trapezius
  • M. levator scapulae
  • Mm. scaleni
  • M. omohyoideus
  • M. digastricus
  • Regionen des Halses
  • Regio cervicalis anterior
  • Regio sternocleidomastoidea
  • Regio cervicalis lateralis (= Trigonum cervicale posterius)
  • Regio cervicalis posterior
  • Trigonum submandibulare
  • Regio submentalis
  • Trigonum caroticum
  • Übungen:
    Benennung der Halsregionen anhand der Kennstrukturen (Einzeichnen)
    Klinische Aspekte:
    Struma, Halsfisteln (medial, lateral), Halsfehlstellungen, obere Einflußstauung
    Nerven am Hals
  • Plexus cervicalis (C1 - C4)
  • Plexus brachialis (C5 - Th1)
  • Erb'scher Punkt (N. occipitalis minor, N. auricularis magnus, Nn. supraclaviculares, Nn. transversi coli)
  •  C3 to C5 keeps the diapragm alive ! 
    Gefäße am Hals
  • A. carotis communis
  • A. subclavia
  • A. vertebralis
  • Übungen:
  • Pulse tasten (Seitenvergleich)
  • A. vertebralis Provokationstest (Reklinationsprobe im Sitzen)
  • Anstauen der V. jugularis externa (Verdeutlichung der Punktionstelle)
  • A. subclavia tasten und abdrücken durch reklinieren des Armes (Aussetzen des Radialispulses)
  • Punktionsstelle der V. subclavia auffinden (Gefahr: Pneumohorax, Luftembolie)
  • Abhören der A. carotis (Stenosegeräusche)
  • Klinische Aspekte:
  • subclavian steel syndrom
  • Gefahr des Verletzung der A. subclavia bei Fraktur der Clavicula
  • obere Einfußstauung
  • Scalenuslücken
  • vordere Scalenuslücke (Clavicula, M. scalenus anterior): Durchtrittder V. subclavia
  • mittlere Scalenuslücke (M. scalenus anterior/medius): Durchtritt der A. subclavia und Plexus brachialis
  • hintere Scalenuslücke (M. scalenus medius/posterior)
  • Übung: Tasten der Scalenuslücken

     

    Schilddrüse

    Übungen:
  • Lage und Konsistenz tasten und einzeichnen
  • Projektion der Epithelkörperchen einzeichnen
  • Beziehung zu anderen Strukturen erläutern (N. recurrens, Trachea)
  • Klinische Aspekte:
  • Gefahren bei Thyreodektomie (Stimme, Kalzium)
  • Hyper- Hypothyreose
  • Exkurs:
    Koniotomie und Tracheotomie
  • Koniotomie: Querschnitt zwischen Schildknorpel und Ringknorpel Vorteil: schnell (Notfall!), Nachteil: Conus elasticus und Stimmband können verletzt werden
  • obere Tracheotomie: Längschnitt zwischen Ringknorpel und Schilddrüsenisthmus, Vorteil: kürzerer Weg durch die Haut, Nachteil: schlechter Halt
  • mittlere Trachotomie: Längsschnitt durch den Schilddrüsen-Isthmus Kompromiss zwischen oberer T. und unterer T.
  • untere Trachoetomie: Längsschnitt unterhalb des Isthmus Vorteil: sicherer Sitz, Nachteile: Blutung aus Schilddrüsenvenen
  •  

     

    Schultergürtel

    Knochen und Muskeln
  • Clavicula (Muskelansätze)
  • M. sternocleidomastoideus
  • M.trapezius, M.pectoralis
  • M.deltoideus
  • Scapula (Knochenpunkte)
  • vorn Þ Proc.coracoideus
  • hinten Þ Acromion
  • Spina scapulae
  • Tuberculum infa-/supraglenoidale
  • Scapula (Muskelansätze)
  • M.serratus anterior
  • M.subscapularis
  • M.supra/infraspinatus
  • M.rhomboideus
  • M.coracobrachialis
  • M.biceps brachii caput breve Þ Proc. coracoideus, caput long. Þ Tuberculum supraglenoidale
  • M.triceps brachii Þ Tuberculum infraglenoidale
  • Gelenke
  • Acromioclaviculare
  • Sternoclaviculare
  • Klinische Aspekte: Rucksackverband bei Claviculafraktur

    Übungen:
  • Schulterbreite messen (Akromialbreite)
  • Bewegungsumfänge des Schultergelenks anhand der Neutral-Null-Methode bestimmen
  •  

    Exkurs:

    Die Neutral-Null-Methode geht vom normal stehenden Patienten aus mit geschlossenen Füßen und anglegten Händen (Daumen nach vorn ) aus.

    1. Zahl: Vom Körper wegführende Bewegung (Streckerbewegung )
    2. Zahl: Neutral-Stellung
    3. Zahl: Zum Körper hinführende Bewegung ( Beugerbewegung )

    z.B. Arm Ab-Adduktion 180/0/20

     

    Nerven des Schultergürtels
  • Plexus brachialis, C4-Th1(mittlere Scalenuslücke)
  • Fasciculus posterior Þ N.axillaris Þ N.radialis
  • Fasciculus medius Þ N.ulnaris (medial)
  • Fasciculus lateralis Þ N.musculocutaneus Þ N.medianus
  • Gefäße der Schultergürtels:
  • Arteria subclavia (Verlauf erklären: Skalenus-Lücke, Halsrippen)
  • Vena subclavia
  • Übungen:
  • Tasten des Pulses der A. subclavia in der Fossa supraclavicularis
  • Abdrücken der A. subclavia zwischen Clavicula und erster Rippe (Radialis-Puls-Kontrolle)
  • Klinische Aspekte:
  • subclavian steal syndrom
  • Gefahren bei Verletzung des Schlüsselbeins (Luftembolie durch Unterdruck in der
  • Vena subclavia)
  • Zentraler venöser Zugang durch die Vena subclavia
  • Regio axillaris
  • vordere Achselfalte Þ M.pectoralis major
  • hintere Achselfalte Þ M.latissimus dorsi
  • Achsellücken
  • mediale (dreieckig)
  • M. teres minor, M. teres major, Caput longum Triceps
  • V./A.circumflexa scapulae
  • laterale (viereckig)
  • Humerus, M.triceps brachii, M.teres major / minor, M.subscapularis
  • V./A. circumflexa humeri posterior
  • N.axillaris
  • Übungen: Tasten der A.axillaris/Gelenkspalt

    Klinische Aspekte:
  • Luxation des Schultergelenks:
  • Luxatio subcoracoidea (nach vorn)
  • Luxatio axillaris (nach unten/vorne)
  • Luxatio infraspinata (nach hinten)
  •  

     

    Arm

    Knochen
  • Humerus (Collum anatomicum/chirurgicum,Epicondylen)
  • Radius (Tuberculum dorsale, Caput radii, Lig.anulare radii)
  • Ulna (Olecranon)
  • Handwurzelknochen
  • Muskeln
  • M.triceps (N.radialis)
  • M.biceps (N.musculocutaneus)
  • Extensoren und M.brachioradialis (N.radialis) vom Epicondylos lateralis
  • Flexoren (N.ulnaris und N.musculocutaneus) vom Epicondylos medialis
  • Übungen:
  • Knochen des Armes tasten
  • Hütter 'sche Bruchlinie aufmalen
  • Klinische Aspekte:
  • typische Frakturen
  • Humerus-Fraktur (Collum chirurgicum)
  • Radius-Kopf-Luxation bei Kindern
  • distale Radius-Schaft-Fraktur (loco typico)
  • Kahnbeinfraktur
  • Hütter'sche Frakturlinie bei Frakturen (Epicondylus medialis/lateralis, Olecranon)
  • Gefäße
  • A. brachialis
  • A. radialis
  • A. ulnaris
  • V. basilica
  • V. cephalica
  • V. intermedia cubiti
  • Übungen:
  • Tasten des Pulses folgender Arterien:
  • A. brachialis (Verlauf, Abdrücken mit Kontrolle des Radialis-Pulses/Druckverband)
  • A. radialis (Radialis-Grube, Tabatiere)
  • A. ulnaris (daumenseitig des Erbsenbeins)
  • Allen-Test (Prüfung der Kollateralversorgung A. radialis/A.ulnaris)
  • V. cephalica/basilica: Ausstreichen, Aufsuchen von Venenklappen
  • Venenpunktion erläutern, mögliche Komplikationen
  •  

    Nerven am Arm
  • N. medianus (autonomes sensibles Versorgungsgebiet: Mittelfinger)
  • N. ulnaris (autonomes sensibles Versorgungsgebiet: kleiner Finger)
  • N. radialis
  • Übungen:
  • Reflexe am Arm überprüfen:
  • Infraspinatus-Reflex
  • Triceps-Reflex
  • Biceps-Reflex
  • Radius-Periost-Reflex
  • Fingerflexoren-Reflex
  • Trömmner-Reflex
  • Klinische Aspekte:
  • Typische Handstellung bei Nervenläsionen:
  • Schwurhand (N. medianus)
  • Krallenhand (N. ulnaris)
  • Fallhand (N. radialis)
  • Karpaltunnel-Syndrom
  • Entlastungszeichen (N.radialis - Streckung, N.ulnaris und N. medianus -Beugung)
  • Rigor,Tremor,Spastik
  • Kraftprüfung (Armhalte-Händedruckversuch)
  •  

     

    Becken

    Hüftgelenk (Kugelgelenk mit 4 Freiheitsgrade)
  • Acetabulum
  • Os ilium
  • Os ischii
  • Os pubis
  • Caput femoris
  • Funktionelle Aspekte des Hüftgelenkes:
  • Retroversionshemmung durch Lig. iliofemorale.
  • Kollodiaphysenwinkel
  • Neugeborenen 150°
  • Normal 127°
  • Ältere 120°
  • Gefäße und Nerven
  • Lacuna vasorum Þ A./V. femoralis, N. genitofemoralis
  • Lacuna musculorum Þ N. femoralis, M. iliopsoas
  • Allcock`scher Kanal Þ N. pudendus
  • Foramen ischiadicum majus
  • N.gluteus superior ( Foramen suprapiriforme)
  • N.gluteus inferior N.ischiadicus und N.cutaneus femoris posterior ( Foramen infrapiriforme)
  • Übungen:
  • Knochenpunkte tasten
  • Gluteale Injektion:
  • nach Hochstetter (Crista iliaca- Trochanter maj.- Spina iliaca superior anterior)
  • nach Lanz und Wachsmuth (Christa iliaca - Spina iliaca ant. sup. - Spina iliaca post. sup.)
  • Trendelenburg-Zeichen (M. gluteus medius Þ N.gluteus superior)
  • Klinische Aspekte:
  • Schenkelhalsfraktur (außenrotiert und verkürzt)
  • Oberschenkelfraktur (Einblutung)
  • Hüftgelenkluxationen (angeborene/erwobene)
  • Shoemakerlinie: Verbindung Trochanter maj. zwischen Spina iliaca ant. sup. (Bei Fraktur/Luxation verläuft die Linie unterhalb des Nabels
  •  

     

    Bein

    Knochen und Bänder
  • Trochanter major
  • Epicondylus lateralis/medialis
  • Patella
  • Tibia, Fibula
  • Mensiken (medialis/lateralis)
  • Ligg.cruciata
  • Lig. collaterale tibiale et fibulare
  • Muskeln
  • M.quadrizeps femoris (N.femoralis)
  • Adduktoren (N.obturatorius)
  • M.gluteus max. (N.gluteus inferior)
  • M.gluteus medius et minimus (N.gluteus superior)
  • M.biceps femoris (N.ischeadicus)
  • Statik des Knie's
  • Genu valgus/varus
  • Auswirkungen auf die Menisken (Traglinienverschiebung)
  • Übungen:
  • Beweglichkeitsprüfung im Knie (Neutral-Null-Methode)
  • Valgus- , Varustest
  • Kreuzbänder überprüfen (Schubladenphänomen)
  • Abduktion und Adduktion im Kniegelenk prüfen (Längsbandschaden)
  • Meniskus medialis tasten
  • auf tanzende Patella achten (Kniegelenkserguß)
  •  

     

    Fuß

    Sprunggelenk (oberes/unteres)
  • Malleolus lateralis/medialis
  • Lig.deltoideum (innen), Lig. talofibulare/calcaneofibulare (außen)
  • Muskeln
  • Extensoren (N.fibularis profundus)
  • Peroneusgruppe (N.fibularis superficalis)
  • Flexoren (N.tibialis)
  • Klinische Aspekte:
  • Fehlfehlstellungen
  • Spitzfuß (Pes equinus)
  • Hackenfuß (Pes calcaneus)
  • Knickfuß (Pes valgus)
  • Klumpfuß (Pes varus)
  • Hammerzehe
  • Gefäße am Bein
  • femoralis
  • poplitea
  • dorsalis pedis
  • tibialis posterior
  • V. saphena magna
  • V. saphena parva
  • Übungen: Tasten der Pulse an Bein und Fuß

    Klinische Aspekte:
  • Venöse Abflußstörungen erläutern (Varizen)
  • Arterielle Verschlußkrankheiten (pAVK) erläutern (Claudicatio intermittens)
  • Venenfunktionstest nach Perthes (Vv. prerforantes/profundae) und Trendelenburg (Vv. superficiales)
  • Nerven am Bein
  • N. femoralis
  • N. ischiadicus
  • Dermatome
  • Übungen:
  • Reflexe testen
  • Patellarsehnenreflex (PSR)
  • Archillisehnenreflex (ASR)
  • Babinski-Reflex (pathologischer Reflex, Pyramidenzeichen erklären)
  • Dermatome einzeichnen
  • Lasegue-Zeichen testen
  • Brudzinski-Zeichen testen
  •  

    Merkregel für Reflexe und dazugehörige Segmente:

    Archillessehnenreflex (ASR)

    S 1-2 N. ischiadicus

    Patellarsehnenreflex (PSR)

    L 3-4 N. femoralis

    Bizepssehnenreflex (BSR)

    C 5-6 N.musculocutaneus

    Trizepssehnenreflex (TSR)

    C 6-8 N.radialis

     

    Wirbelsäule

    Aufbau
  • 7 Halswirbel (Vertebrae cervicales)
  • 12 Brustwirbel (Vertebrae thoracicae)
  • 5 Lendenwirbel (Vertebrae lumbales)
  • 5 Kreuzwirbel (Vertebrae sacrales)
  • 4 Steißwirbel (Vertebrae coccygeae)
  • Lordose (Hals- und Lendenbereich)
  • Kyphose (Brust- und Kreuzbeinbereich)
  • Übungen:
  • Wirbelsäule beurteilen
  • im Sitzen
  • im Stehen
  • beim Vorneigen (Rippenbuckel, Gleichmäßigkeit der Krümmung kontrollieren)
  • bei Beckenschiefstand (Buch unter einem Fuß) im Stehen
  • Dornfortsätze tasten und mit Stift kennzeichnen
  • C2
  • C7 (Vertebra prominens)
  • Th3 (Verbindungslinie der Spinae scapulae)
  • Th7 (Verbindungslinie der Anguli inferiores)
  • Th12 (etwas unterhalb des Ansatzes der letzten Rippen)
  • L4 (Verbindungslinie der Christae iliacae, Lumbalpunktion)
  • S2 (Verbindungslinie der Spinae iliacae posteriores superiores)
  • Ott- und Schobermaß bestimmen
  • Schober (von S1 10 cm aufwärts Þ 5 cm Längenzunahme beim Vorneigen)
  • Ott (von Th7 30 cm abwärts Þ 3-4 cm Längenzunahme beim Vorneigen)
  • Mennell-Zeichen testen (Sakroilleitis): Retroversion im Hüftgelenk in Bauchlage (schmerzbedingte Entlastungsdrehung im Hüftgelenk)
  •  

    Klinische Aspekte:
  • Fehlhaltungen der Wirbelsäule
  • Flachrücken
  • Rundrücken
  • hohlrunder Rücken
  • Buckel (Gibbus)
  • Skoliosen
  • Lumbalpunktion (L4/L5)
  • untere Grenze des Durasackes (S2)
  • untere Grenze der Rückenmarkes (Th12 bis L1)
  • Unterschied bei Kindern
  • Einstichpunkt aufsuchen
  • Mennell-Zeichen
  • Nackensteifigkeit
  • Lasegue: Bein anheben in Rückenlage löst heftige Schmerzen aus
  • Kernig: Kniestreckung bei gebeugter Hüfte löst heftige Schmerzen aus
  • Brudzinski: reflektorische Beugung der Hüfte bei Kopfbeugung
  • Dreifuß (bei Kindern): Aufstützen der Hände hinter dem Rücken bei angezogenen Beinen
  •  

     

    Thorax

    Aufbau
  • Sternum
  • Rippen
  • 1. bis 7. Rippe Þ Costae verae
  • 8. bis 10. Rippe Þ Costae spuriae
  • 11. und 12. Rippe Þ Costae fluctuantes
  • Interkostalräume (Verlauf der Nerven und Gefäße am Unterrand der Rippen)
  • Übungen:
  • Tasten des Brustbeines und der Rippen (Rippen einzeichnen)
  • Orientierungspunkte:
  • beginnend mit der 2. Rippe
  • Angulus inferior scapulae (7. Rippe)
  • Longitudinalen Hilfslinien zur Orientierung am Thorax
  • vordere Medianlinie (exakt median)
  • Sternallinie (am Rand des Sternums)
  • Parasternallinie (zwischen Sternallinie und Medioklavikularlinie)
  • Medioklavikularlinie (Mitte der Clavicula)
  • Mamillarlinie (durch die Mamillen)
  • vordere, mittlere, hintere Axillarlinie
  • Scapularlinie (durch den Angulus inferior scapulae)
  • Paravertebrallinie
  • hintere Medianlinie
  • Klinische Aspekte:
    Einzeichnen potentiellen Punktionsstellen
  • Bülow-Drainage (Verweildrainage) (4. - 6. ICR in der mittleren Axillarlinie)
  • Pleurapunktion (akut) bei Pneumothorax (erhöhter Oberkörper) 2. ICR Medioklavikularlinie)
  • Pleurapunktion bei Pleuraerguß (6. - 7. ICR hintere Axillarlinie)
  • Sternalpunktion (Knochenmarkgewinnung)
  • Beurteilung der Form des Brustkorbes
  • Symmetrie (Ergüsse oder Wachstumsstörungen)
  • Trichterbrust (Verlagerung von Herz und Lungen)
  • Kielbrust (z.B. Rachitis)
  • Faßthorax (Emphysem)
  •  

    Lunge

    Pleuragrenzen
  • Parasternallinie: 6. Rippe
  • Medioklavikularlinie: 8. Rippe
  • Medioaxillarline: 10. Rippe
  • Paravertebrallinie: 12. Rippe
  • Lungengrenzen
  • Parasternallinie: 4. Rippe (links), 6. Rippe (rechts)
  • Medioklavicularlinie: 6. Rippe
  • Medioaxillarlinie: 8. Rippe
  • Paravertebralline: 11. Rippe
  • Exkurs Perkussion:
  • vergleichende Perkussion
  • abgrenzende Perkussion
  • Schallqualitäten:
  • sonor
  • hypersonor
  • gedämpft
  • tympanitisch
  • Tiefenperkussion:
  • leise Þ oberflächliche Strukturen besser beurteilbar
  • laut Þ tiefer liegende Strukturen besser beurteilbar
  • Übung:
    Perkussion der Lunge
  • Schallqualität beurteilen
  • Grenzen bestimmen (Einzeichnen)
  • Atemverschieblichkeit untersuchen (Einzeichnen bei Inpiration und Expiration)
  • Exkurs Auskultation (der Lunge):
  • Qualitäten des Atemgeräuschs
  • vesikulär
  • verschärft
  • bronchial
  • abgeschwächt
  • amphorisch
  • Nebengeräusche
  • trocken
  • Giemen und Brummen
  • feucht (Rasselgeräusche)
  • klingende (ohrnah)
  • nichtklingende (ohrfern)
  • Pleurareiben (Knarren)
  • Übung: Auskultation der Lunge

    Exkurs: Bronchophonie und Stimmfremitus
  • Bronchophonie: Auskultatorische Fortleitung der Sprache bei flüsternder Artikulation des Wortes "sechsundsechzig (66)"
  • Stimmfremitus: Tastbare Vibration des Thorax bei Artikulation des Wortes "neunundneunzig (99)"
  • Klinische Aspekte:
  • Stidor (inspiratorisch/expiratorisch)
  • herabgesetzte Atemverschieblichkeit
  • generelle Einschränkung der Atemexkursion
  • COPD
  • Pleuraschwarten
  •  

    Typische Befundkonstellationen

    Perkussion

    Atemgeräusch

    Nebengeräusche

    Bronchophonie

    Stimmfremitus

    Normalbefund

    sonor

    vesikulär

    keine

    normal

    normal

    Infiltrat (Pneumonie)

    gedämpft

    bronchial

    klingende RG's

    verstärkt

    verstärkt

    Lungenödem

    gedämpft

    bronchial

    nichtklingende RG's

    normal bis verstärkt

    normal bis verstärkt

    Atelektase

    gedämpft

    abgeschwächt

    keine

    verstärkt

    verstärkt

    Emphysem

    hypersonor

    abgeschwächt

    keine

    abgeschwächt

    abgeschwächt

    Pleuraerguß

    lageabhängige Dämpfung

    abgeschwächt

    keine

    abgeschwächt bis aufgehoben

    abgeschwächt bis aufgehoben

    Pneumothorax

    hypersonor bis thympanitisch

    aufgehoben

    keine

    aufgehoben

    aufgehoben

     

    Hinweis zur Unterscheidung zwischen Pneumonie und Lungenödem:

    Pneumonie in beiden Lungenflügeln ist sehr selten Þ einseitiger Befund

    Lungenödem betrifft praktisch immer beide Flügel Þ beidseitiger Befund

     

    Herz

    Palpation:
  • Herzspitzenstoß im 5. ICR 2 Querfinger (QF) medial der linken Medioklavikularlinie
  • Übung:
  • Tasten des Hezspitzenstoßes
  • Aufmalen der EKG-Elektrodenpositionen (nach Einthoven, Brustwandableitung)
  • Perkussion
  • Herzdämpfung
  • relative (teilweise Überlagerung von Lungengewebe)
  • absolute (Herz liegt direkt an der Thoraxwand an)
  • Übung: Bestimmen der Herzgrenzen (siehe Abb. 2)

     


    Abb. 2: Relative und absolute Herzdämpfung (nach Lippert "Anatomie am Lebenden")

     

    Auskultation

    Auskultationsstellen

    Anatomische Projektion

    Pulmonalklappe

    2. ICR links, parasternal

    3. Sterncostalgelenk, links

    Aortenklappe

    2. ICR rechts, parasternal

    3. ICR links

    Mitralklappe

    5. ICR links, medioklavicular

    4. Stenocostalgelenk, links

    Trikuspidalklappe

    5. ICR rechts (oder links), parasternal

    5. Stenocostalgelenk,rechts

    Erb'scher Punkt

    3. ICR links, parasternal

     

    Herztöne:
  • 1. Herzton: Beginn der Systole (Schluß der Segelklappen), Qualität: dumpf und lang
  • 2. Herzton: Ende der Systole (Schluß der Taschenklappen), Qualität: kurz und hell
  • Übung: Auskultation des Herzens

    Klinische Aspekte:
  • Herzinsuffizienz
  • Rechtsherzinsuff. Þ Unterschenkelödeme, untere/obere Einflußstauung
  • Linksherzinsuff. Þ Lungenödem
  • Globalinsuffizienz
  • Herzvitien (z.B. nach Endokarditis)
  • Pathologische Herzgeräusche

    Systolikum

    Diastolikum

    Stenose

    Aortenklappe (spindelförmig)

    Mitralklappe (Paukenschlag)

    Insuffizienz

    Mitralklappe (holosystolisch)

    Aortenklappe (decrescendo)

     

    Besprechung eines Röntgenbildes des Thorax
  • Lungengrenzen
  • Lungenhili
  • Herzkonturen
  •  

     

    Abdomen

    Regionen des Bauches

    Regio hypochondriaca dextra

    Epigastrium

    Regio hypochondriaca sinistra

    Regio lumbalis dextra

    Regio umbilicalis

    Regio lumbalis sinistra

    Regio inguinalis dextra

    Regio pubica

    Regio inguinalis sinistra

     

    Innenrelief der Bauchwand
  • Plica umbilicalis mediana (Urachus, Lig. umbilicale medianum)
  • Plicae umbilicales mediales (obliterierte Aa. umbilicales mediales)
  • Plicae umbilicales lateralis (Vasa epigastrica)
  • Klinische Aspekte:
  • Leistenhernie
  • medial (zwischen Plica umbilicalis medials und lateralis):meist erworben, direkt (MED)
  • lateral (lateral der Plica umbilicalis lateralis): angeboren oder erworben, indirekt
  • Caput medusae bei Pfortaderstauung
  • Portocavale/cavocavale Anastomosen
  •  

    Bauchorgane

    Übung:
  • Inspektion (Achten auf Narben, Striae, Caput medusae, Hernien, Peristaltik)
  • Palpation der Bauchorgane
  • oberflächliche Palpation: Muskelverspannung, schmerzhaften Stellen, oberflächlichen Organen
  • tiefe Palpation: Abgrenzung abdomineller Organe von Tumormassen
  • organspezifische Palpation
  • Leber: in Rückenlage unter tiefer Inspiration (Regio lumbalis dextra)
  • Milz
  • in Rückenlage unter tiefer Inspiration (Regio lumbalis sinistra)
  • in Rechtsseitenlage unter Inspiration (Regio lumbalis sinistra)
  • Aorta: Pulsation tasten (links der Körpermittellinie)
  • Niere: Klopfschmerzhaftigkeit überprüfen
  • Perkussion: Leber- und Milzdämpfung, sonst tympanitischer Klopfschall (typisch für luftgefüllte Organe)
  • Auskultation Darmgeräsche
  • lebhaft
  • spärlich
  • hochgestellt
  • metallisch
  • systolische Strömunggeräusche (Aorta, A.renalis und A.iliaca)
  • Rumor venosus (epigastrisches Geräusch bei Kollateralkreislauf)
  •  

    Klinische Aspekte:
  • Appendizitis:
  • Lanz'scher Punkt: rechtes Drittel der Verbindungslinie der Spinae illiacae superiores (Druckschmerz)
  • McBurney Punkt: Hälfte der Strecke zwischen Spina illiaca superior dextra und Umbilicus (Druckschmerz)
  • Psoas-Test: Schmerzen beim Anziehen des rechten Beins gegen Widerstand
  • Aszites
  • Aufgetriebenes Abdomen
  • Verschieblichkeit der Dämpfung (Flüssigkeit gedämpfter Klopfschall, Luft tympanitischer Klopfschall diese Befunde sind bei Aszitis umlagerbar)
  • Fluktuation (tastbarer Impuls auf gegenüberliegender Abdomenseite)
  •  

     

    Literatur

    [1] BATES B.: Klinische Untersuchung des Patienten, Schattauer, Stuttgart New York 1993
    [2] BERGHAUS A.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Hippokrates-Verlag, Stuttgart 1996
    [3] LIPPERT H.: Anatomie am Lebenden, Springer, Berlin Heidelberg New York 1989
    [4] MASUHR K. F. und NEUMANN M.: Neurologie, Hippokrates-Verlag, Stuttgart 1996
    [5] NETTER FRANK H.:Atlas der Anatomie des Menschen, Thieme, Stuttgart New York 1997

     

    Danksagung

    Wir möchten an dieser Stelle Herrn Prof. Gustav Jirikowski vielmals für seine Anregungen und Unterstützung danken, ohne den der Kursus nicht realisierbar gewesen wäre.